Reviews
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Rock Hard Magazin (RH 279/2019)


STONEBOURNE sind ein zartes Newcomer-Pflänzchen aus Nürnberg, das sich ein wenig größenwahnsinnig die Stilrichtung „Über-Grunge“ zuschreibt, grundsätzlich aber einen ganz galanten Nostalgie-Salto in die Neunziger hinlegt. Eins ist klar: Das Quartett atmet mit jeder Pore und jeder Hirn-Synapse die Grunge-Ära mit ihren großen Vertretern Nirvana, Stone Temple Pilots und Pearl Jam, wenngleich der Fokus ganz klar auf Erstgenannten liegt. Und das vor allen Dingen, weil der Gesang von Frontmann Sven Kartscher stark an Kurt Cobain erinnert und ähnlich wie bei der Szene-Ikone zwischen rebellischer Aufmüpfigkeit, düsterem Nihilismus und depressiver Zerbrechlichkeit pendelt. Die sechs Songs auf der EP sind eingebettet in einen authentisch „dreckigen“ Sound, der den Grunge-Zeitgeist gut wiedergibt und den Neunziger-Zeitsprung formvollendet. Aufgelockert wird das Grunge-Gerüst von Gitarren-Passagen und Solo-Einlagen, die dem Spiel von Guns N´ Roses ähneln, mit ihrem Retro-Charme aber perfekt ins Gesamtbild passen.

MusikReviews.de (04.02.2019)


Eigentlich sollte man Bandnamen mit der Vokabel "stone" mittlerweile verbieten, doch bei STONEBOURNE kommen wir nicht umhin, sowohl die Gruppe selbst als auch ihre Musik sympathisch zu finden. Was die Nürnberger "Ueber-Grunge" nennen, ist letzten Endes ein weiteres Stück klassischer Rock, der im Fall dieser EP jedoch nicht allzu stark auf Vintage gebürstet ist, sondern tatsächlich die "alternativen" 1990er wiederaufleben lässt. Retro sind STONEBOURNE ergo in keiner Weise - bestenfalls zeitlos, wovon jedes einzelne Stück dieses Kurzformats zeugt. Für den schwelgerischen Opener 'Son Of This Town' wurde auch ein hübsches Video gedreht, mit dem die Band ihre definitive Professionalität hervorkehrt, und die Nummer wäre wirklich ein potenzielle Indie-Chart-Thema. Das Hauptmotiv von 'Riff Raff' hingegen macht dem Titel der Nummer alle Ehre, wohingegen die Strophen einen gebrochenen Mann am Mikro andeuten. Sowieso strahlt die Combo eine gewisse Melancholie aus, dies jedoch auf konstruktive und kämpferische Art statt resignierend. Während 'Still' geht dann auch zumindest streckenweise die Sonne auf, und 'Slow' wirkt nachgerade versöhnlich nach der düsteren ersten Hälfte. Nicht einmal das wuchtige 'Tattooed' ist eine schnöde Rocker-Hymne oder dergleichen, sondern genauso emotional (und durch die Blume politisch) wie die anderen fünf Volltreffer. Die Stimme von Frontmann Sven Kartscher: lässt sich grob zwischen dem gealterten James Hetfield von Metallica und Nirvanas Kurt Cobain einordnen, aber der Kerl hat definitiv ein eigenes Charisma, nicht nur wegen seines Hangs zum Seelenstriptease. Wer sich kurz über die Qualitäten des Quartetts kundig machen möchte, tut dies am besten mit dem wehmütigen 'Riding The Snake', dessen Refrain richiggehend aufwühlt. FAZIT: Bodenständiger Hardrock mit Alternative-Touch für Alteingesessene wie Nachgewachsene, komplett mit raumgreifenden Arrangements, die sich mancher Nullachtfuffzehn-Riff-Schrubber wünschen würde, und entsprechend geistreichen Lyrics - STOUNEBOURNE sind ein uneingeschränkt hörenswerter Newcomer, von dem man hoffentlich auch wirklich bald mehr zu hören bekommt.

Wild Thing (3/2019) -



Mal ne ganz andere Review - "Wild Thing" mit einem Video-Referat über Grunge, Lebensgefühl, Ort und Zeit und natürlich ganz viel Stonebourne. Nicer Scheiß - Schönen Dank für #NurembergTheNewSeattle #WildThing #WeMakeGrungeGreatAgain

Nürnberger Nachrichten - 16/01/2019


Ein Mann, zwei Bands. „Hallo 90er“: Neue CDs von Subwave und Stonebourne Grunge ist mausetot, manche sagen, er rieche schon. Doch Subwave ließen sich von so einem Gschmarri noch nie beeindrucken und hielten auch die Nullerjahre hindurch die Fahne dieser Spielart der Rockmusik tapfer hoch. Nach längerer Pause meldet sich das Nürnberger Trio nun zurück – und das streng genommen gleich zweimal … Kopf hinter Subwave ist Sven Kartscher — ein wahrlich Unermüdlicher. Er hat die Band gegründet, bis heute ist sie sein Baby und Langzeit-Liebhaberprojekt. Nach einer weiteren längeren Pause liegt nun einigermaßen überraschend eine neue CD von Subwave vor, die auf den lustigen Titel „All Robocops Are Bastards“ hört. Doch damit nicht genug: Mit Stonebourne hat Sven Kartscher eine zweite Band am Start, die ebenfalls ganz frisch einen Tonträger veröffentlicht hat — und anders klingt. Wo die neue Subwave-Scheibe streckenweise fast schon fröhlich und alternativ-pop-rockig im Fahrwasser von Bands wie Bush und Placebo daherkommt und textlich mit ironischen Pop-Zitaten aufwartet („Love And The Damage Done“), machen Stonebourne auf ihrer selbstbetitelten EP (6 Lieder) nach eigener Aussage „Über-Grunge“ - und marschieren massiv zurück zu den Wurzeln dieser Spielart. Die Ansage GrungeRock wird hier vor allem wuchtig verstanden und interpretiert — der stolze Gorilla auf dem Cover weist den Weg. Kartscher singt wunderbar-wehmütig im besten Kurt-Cobain-Stil und beweist einmal mehr ein Händchen fürs Songwriting. Musikalisch ist das sehr nahe am 70’s-Hardrock, ein wenig so wie auf den frühen Soundgarden-Alben, also mit schön viel Dreck. Was für Subwave gilt, gilt für Stonebourne doppelt: Ein charmanter Salto zurück in die 90er Jahre!


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